…jung war und mit dem Auto von Flamatt nach Bern zur Arbeit fuhr, begegnete er kaum einem anderen Auto. Wieso auch? Damals hatte nur etwa jede zwanzigste Familie ein Auto.

Das erzählte er mir in meinen jungen Jahren und ich konnte das nie nachvollziehen.

Als junge Frau dachte ich: Super! Da kann man ja «fresä», ohne Gefahr, ohne Geschwindigkeitskontrolle. Ja… und was erleben wir heute? Leere Strassen und trotzdem fixe Radarkontrollen. Ob die wohl auch Kurzarbeit eingeben?

Sorry ich bin gedanklich etwas abgeschweift. Heute frage ich mich: Wollen wir wieder dorthin zurück? Leere Strassen, leere Trottoirs, leere Retailgeschäfte? Alles geschlossen. Nein. Ich will nicht zurück. Was es aber wirklich braucht, ist ein Umdenken, eine Besinnung. Was machen wir mit all dem «zu vielen»? Ich habe keine Ahnung.

Global können wir sicherlich anders denken und generell vor jedem Einkauf überlegen, was wir brauchen, was nicht, und welches Manko wir kurzfristig befriedigen müssen. Genau diese Haltung ist wichtig und darf nach der ganzen Krise nicht wieder in den Hintergrund rücken. Denn, ehrlich gesagt, haben wir von allem zu viel.

Ich muss mir solche Gedanken selbstverständlich auch machen. Ich habe zu meinem Lebenspartner kürzlich gesagt: Ich benötige eigentlich in meinem Leben gar keine materiellen Dinge mehr. Ich besitze grundsätzlich alle Güter und das bis an mein Lebensende. Bis 96 Jahre – das ist meine Wunschvorstellung. 😊

Das einzige, was ich ab und zu ersetzen muss, sind Wimperntusche und Hygieneprodukte.