Grundsätzlich habe ich mir als 10-jähriges Mädchen vorgenommen, immer jung zu bleiben und natürlich die jungen Menschen stets zu verstehen und zu unterstützen. Woher diese frühe Entscheidung stammt? Das kommt wohl von meiner Grossmutter.

Ich – damals eben 10-jährig geworden – habe zum Geburtstag sicherlich mindestens zum dritten Mal das gleiche Kinderportemonnaie (für ca. 5-jährige) geschenkt bekommen. Ich habe das Päckli ausgepackt, denn ich hatte natürlich Freude, dass es überhaupt eins gab. Beim Auspacken aber: «Oh nein, schon wieder dasselbe wie letztes Jahr…»

Sehr wahrscheinlich hat meine Grossmutter, Landfrau, für alle Grosskinder (da gab es 4 Hände voll davon) einfach mal für alle dasselbe bestellt, resp. im LOEB oder so gekauft. Mehr kannte sie damals nicht, oder sie war so naiv und dachte, ich würde sowieso vergessen, was sie mir ein Jahr zuvor geschenkt hatte. Also, wie ich bin (wer mich kennt, der weiss was jetzt kommt), habe ich zu ihr gesagt: «Ich danke dir von Herzen, ich habe schon 3 davon und die sind vor allem für jüngere Mädchen gedacht. Schenke es doch einer anderen Person, die mehr Freude daran hat». Oh-oh, das war keine gute Idee. Da kam so ein Frust aus ihr raus… aus mir gäbe es sowieso nie etwas, ich sei immer so schrill angezogen (damals schon) und immer so frech (frech hat sie wohl mit direkt verwechselt). Ich glaube sogar, dass es deshalb einen Familienstreit gab.

Das ist also meine Erinnerung, die mich früh entschieden liess, nie alt zu werden. Und jetzt, ich gehöre leider selbst schon einer älteren Generation an (vor allem in der Arbeitswelt), halte mich immer noch für sehr jung, obwohl ich heute meine Grossmutter immer mehr verstehen kann. Es ist oft schwierig, die jungen Menschen und deren Bedürfnisse zu verstehen.

Auf jeden Fall habe ich aus der Situation gelernt; zuzuhören, zu erkennen und zu lernen und nicht zu bewerten.